Petr Macinka vs. die ewige Dozentin

Ach, die Münchner Sicherheitskonferenz 2026 – dieses alljährliche Ritual, bei dem die transatlantische Aristokratie zusammenkommt, um sich gegenseitig auf die Schulter zu klopfen, bis jemand wagt zu sagen, dass der Kaiser keine Kleider trägt. In der Night-Cap-Session „The West-West Divide: What Remains of Common Values“ war die Bühne für klassisches Theater bereitet: Hillary Clinton (ehemalige Außenministerin, heute hauptberufliche Trump-Exorzistin und gelegentliche Columbia-Professorin) als Moderatorin und Monologisiererin, neben dem polnischen Außenminister Radosław Sikorski und – dem unerwarteten Störenfried – dem tschechischen Vizepremier und Außenminister Petr Macinka.

Während man sich zu Hause in Prag mit den üblichen Verdächtigen damit beschäftigte, Präsident Petr Pavel als makellosen Wächter westlicher Anständigkeit zu kanonisieren (gähn), lieferte Macinka auf der Weltbühne ab: ruhig, trocken, unerschrockener Realismus, der Clintons Predigt in eine virale Comedy-Sketch verwandelte. Die internationale (vor allem amerikanisch-konservative) Presse fraß es auf – Schlagzeilen schrien „Tschechischer Vizepremier schaltet Hillary Clinton aus“, „Nicht nervös werden“, „Erst mal lernen, wie man redet“ –, während die tschechischen Inlandmedien größtenteils Perlen griffen und es „peinlichen Populismus“ nannten. Errät man, welche Seite die lustigeren Clips viral gehen ließ?

Clinton legte los wie immer: Trump habe „den Westen verraten, menschliche Werte verraten, die NATO-Charta, die Atlantik-Charta, die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte“. Er modelliere sich nach Putin, strebe unkontrollierbare Macht an – die volle apokalyptische Playlist. Die Ukraine, beharrte sie, kämpfe „für uns alle“.

Macinka blinzelte nicht mal. Mit der Geduld eines Mannes, der einem Flacherdler die Schwerkraft erklärt, korrigierte er: „Die Ukraine kämpft für ihre eigene Zukunft, Freiheit, Souveränität und Unabhängigkeit.“ Kein messianischer westlicher Retter-Komplex, vielen Dank. Und dann der Mic-Drop: Nur eine Trump-Regierung könne Russland tatsächlich zwingen, das Gemetzel zu beenden. Clinton schaute aus, als hätte jemand ihren Kräutertee mit Schuss versehen.

Richtig pikant wurde es, als das Gespräch – unvermeidlich – ins Kulturkrieg-Terrain abdriftete. Macinka zählte die üblichen Verdächtigen auf, die „normale Menschen“ entfremden: Cancel Culture, die „woke Revolution“, die „Gender-Revolution“ und Klimapanik. Clinton unterbrach, sichtlich erregt, und implizierte, er greife Frauenrechte oder Ähnliches Schwerwiegendes an.

Macinka, stets der Gentleman: „Nicht nervös werden & hören Sie mir zu.“

Später kam der Satz, der das Internet brach: „Es gibt nur zwei Geschlechter – männlich und weiblich. Und der Rest ist wahrscheinlich ein soziales Konstrukt.“

Clinton ging in die Vollen, fragte, ob das rechtfertige, Ukrainer im Stich zu lassen, „die an der Front sterben, um ihre Freiheit und ihre zwei Geschlechter zu retten“. Macinka blieb eiskalt: „Erstens denke ich, Sie mögen ihn wirklich nicht.“ Clinton konterte: „Das ist absolut wahr. Aber ich mag nicht nur ihn nicht, sondern auch nicht, was er den Vereinigten Staaten und der Welt antut.“

Macinka lächelte nur – dieses höfliche, wissende Lächeln, das sagt: „Fall erledigt.“ Sie versuchte, ihn zu überschreien, wurde lauter, genervter. Er parierte mit Charme: kein Geschrei, keine Beleidigungen, nur chirurgische Präzision, eingewickelt in zentraleuropäische Höflichkeit. Der Saal (und YouTube) schaute zu, wie Clinton auseinanderfiel, während Macinka wie der einzige Erwachsene im Raum wirkte.

In den tschechischen Medien? Macinka = gefährlicher Populist, Peinlichkeit für die Nation; Pavel = heiliger Staatsmann. In der englischsprachigen Welt (Fox, NY Post, virale Clips mit Millionen Views, sogar Barron Trump likt): Macinka = Legende, die die „alte Hexe“ „zerstörte“, Elite-Heuchelei entlarvte, gesunden Menschenverstand gegen hysterische Belehrungen verteidigte. Kommentarspalten quollen über mit „Endlich hat’s mal einer gesagt“, „Danke, Herr Macinka 👌“ und reichlich Clinton-Bleach-Bit-Witzen.

Der Kontrast konnte kaum krasser sein. Pavel hätte weise genickt zu „gemeinsamen Werten“ und „transatlantischer Einheit“ – sicher, fade, vergessbar. Macinka? Er sprach Wahrheit zur Macht, weigerte sich, vor dem woke Katechismus zu knien, und tat es alles, ohne die Fassung zu verlieren. Clinton endete wie die schrille Tante an Thanksgiving, die mit Widerspruch nicht umgehen kann.

Fazit: In einer Ära aus performativer Empörung und Echokammer-Diplomatie erinnerte Petr Macinka alle daran, dass Pragmatismus, Direktheit und ein Schuss trockener Humor immer noch einschlagen. Prags liberale Presse mag schmollen, aber die Welt sah einen Star. Respekt, wo er fällig ist – und danke für die Unterhaltung, Herr Minister. Tschechiens Geheimwaffe ist nicht nur Pilsner; es sind ungefilterte Realitätschecks.

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